Besondere Forschungsleistungen der Herzmedizin gewürdigt

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) verlieh im Rahmen der 46. Jahrestagung in Leipzig wissenschaftliche Preise und Stipendien an Mediziner und Wissenschaftler aus ganz Deutschland.

Anlässlich der Jahrestagung vom 11. -14. Februar 2017 in Leipzig hat die DGTHG die besonderen Leistungen von Ärzten und Wissenschaftlern mit renommierten Medizin- und Forschungspreisen gewürdigt. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Jahrestagung wurden die Preise und Stipendien durch den DGTHG-Präsidenten Professor Armin Welz und den DGTHG-Sekretär Professor Anno Diegeler überreicht.

Der Gefäßchirurgische Forschungspreis der DGTHG, dotiert mit 5.000 Euro, wurde dieses Jahr an Dr. med. Rawa Arif, Universitätsklinikum Heidelberg, verliehen. Arif forscht zum Thema Marfan-Syndrom (MFS). Die genetisch bedingte Erkrankung führt zu Veränderungen des Bindegewebes und tritt mit einer Häufigkeit von ca. 1-2:10.000 auf. Unter Verwendung des Marfan-Maus Modells hat Arif nachgewiesen, dass durch die ex vivo Inkubation von Aortentransplantaten mit Decoy Oligodesoxynukleotiden (dODN), welche den Transkriptionsfaktor Aktivator-Protein 1 neutralisieren, eine Hemmung der Expression auftritt. In Folge dessen konnte eine Absenkung der MMP-Aktivität im Transplantat herbeigeführt werden. Die Destabilisierung der Aortenwand und nachfolgende Entwicklung von Aneurysmen und Dissektionen konnten somit signifikant reduziert werden.

Der Nachwuchsförderpreis der DGTHG wurde an Dr. Dong Wang, Universitäres Herzzentrum Hamburg, vergeben. Mit dem Nachwuchsförderpreis, der mit 2.500 Euro dotiert ist, werden jährlich experimentelle und klinisch relevante Promotionsarbeiten aus dem gesamten Bereich der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie ausgezeichnet. In seiner Forschungsarbeit „Individualized Cardiovascular Medicine: Identifying New Mechanism to iInhibit the Development of Myointimal Hyperplasia“ befasste sich Dr. Wang mit der Entwicklung von neuen therapeutischen Strategien zur Verhinderung der myointimalen Gewebsverdickung.

Den mit 5.000 Euro dotierten St.-Jude-Medical-Preis verlieh die DGTHG an Dr. Sina Stock, Assistenzärztin in der Klinik für Herz und thorakale Gefäßchirurgie des UKSH Lübeck. In ihrer Forschungsarbeit „Does Undersizing of Transcatheter Aortic Valve Bioprostheses during Valve-in-Valve Implantation Avoid Coronary Obstruction? An In Vitro Study“ untersucht Dr. Stock eine Strategie zur Vermeidung von Koronarobstruktion nach kathetergestützter Valve-in-Valve Implantation. 

Der mit 7.500 Euro dotierte Franz-Köhler-Preis für besondere Leistungen in Forschung oder klinischer Praxis ging in diesem Jahr an Dr. med. Gábor Veres, Herzchirurg an der Universitätsklinik Heidelberg. Seine Forschungsaktivitäten zielen auf die Mechanismen und möglichen Behandlungsoptionen von Endotheldysfunktion nach koronarer Bypasschirurgie (CABG).

Der Dr. Rusche-Forschungsprojekt-Preis wird von der DGTHG zusammen mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung, einer Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung, vergeben. Mit einer Gesamtsumme von 60.000 Euro wird das Forschungsvorhaben von PD Dr. Alexander Lauten, Charité- Universitätsklinikum Berlin, unterstützt. Im Besonderen arbeitet Dr. Lauten an der Untersuchung bakterieller Infektionen der Herzklappen und an der Entwicklung neuer Therapieverfahren.

Den nach einem Pionier der deutschen Herzchirurgie benannten und mit 7.500 Euro dotierten Ernst-Derra-Preis erhält in diesem Jahr PD Dr. Alexander Weymann, stellvertretender Klinikdirektor an der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Oldenburg, Leiter einer Forschungsgruppe zu "Whole Heart Tissue Engineering and Advanced Cell Technologies". Weymann wurde für seine Habilitation auf dem Gebiet des kardialen Tissue Engineering ausgezeichnet.

Nach dem Herzchirurgen Hans Georg Borst ist der Preis benannt, mit dem die DGTHG jährlich das am besten bewertete Abstract der jeweiligen Jahrestagung prämiert. In diesem Jahr erhielt den mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preis Dr. Shiliang Li, Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

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Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige medizinische Fachgesellschaft, deren Ziele u.a. der Förderung der Wissenschaft und Weiterentwicklung von Therapien auf dem Gebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sind. Zu weiteren Hauptaufgaben zählen die Durchführung von Weiter- und Fortbildungsprogrammen, Erstellung medizinischer Leitlinien, Förderung von Nachwuchskräften und die Ausrichtung medizinischer Fachtagungen. Als Vertretung der über 1.000 in Deutschland tätigen und in der DGTHG organisierten Thorax-, Herz- und Kardiovaskularchirurgen stehen die Verantwortlichen der Fachgesellschaft für einen Dialog mit der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft zur Verfügung.

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